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... und mehr als jener schreckliche Krieg, welcher das Land im letzten Jahrhundert verwüstete. Integriert in die internationale Gemeinschaft, sucht Vietnam als aufstrebendes Entwicklungsland seinen eigenständigen Weg. Die Entwicklungen in Vietnam fordern
immer wieder zu Reflektion und Diskussion heraus. Es ist wichtig, den
Blickwechsel bewusst vorzunehmen und der vietnamesischen Sichtweise Raum zu
geben, diese zu dokumentieren und zu versuchen, sie zu verstehen. Welches sind
die Ansprüche einer Politik, die nach wie vor sozialistische Ziele anstrebt,
und wie werden diese umgesetzt? Wie gross sind die Handlungsspielräume eines
Landes wie Vietnam im globalisierten Markt und wie werden diese genutzt? Was
sind die Träume, wie die Lebensverhältnisse der Menschen? Auf ihrer Website informiert die VSV
über aktuelle Themen, ihr Archiv dient als kollektives Gedächtnis. Über die Jahre ist eine vertiefte
Sachkenntnis erarbeitet worden und wertvolle Kontakte mit vietnamesischen
Partnerinnen und Partnern sind auf verschiedenen Ebenen gewachsen. Dies alles
ermöglicht es, nebst den Mitgliedern auch Studierenden und anderen
Interessierten Informationen weiter zu geben und Türen zu öffnen. Zudem
organisiert die VSV Studienreisen. All dies ist jedoch nicht Selbstzweck,
daher steht nicht das Vereinsleben im Zentrum der Tätigkeit der Vereinigung
Schweiz-Vietnam. Vielmehr will die VSV mit ihren Schwerpunkten präsent sein und
wo möglich engagierte Leute vernetzen. Obschon sich Vietnam Schritt für
Schritt aus der Armut herausarbeitet, bleibt noch sehr viel zu tun. Die VSV
leistet diesbezüglich ihren ganz spezifischen Beitrag. Sie hat das 2005 auf
privater Basis begonene Mikrokreditprogramm für alte Menschen in der Region Hue
adoptiert und führt dieses Pilotprojekt in enger Zusammenarbeit mit ihrer
Partnerorganisation CASCD (Center for Aging Support and Community Development)
und den lokalen Behörden weiter. «Kriege enden nicht,
wenn keine Bomben mehr fallen und die Kämpfe aufgehört haben. Die Zerstörungen
dauern viel länger an, in der Landschaft ebenso wie im Gedächtnis und in den
Körpern der Menschen.» Die US-Armee hat von 1961-1971 80 Millionen Liter chemischer Produkte über Vietnam versprüht, davon 45 Millionen Liter Agent Orange, welche gegen 400kg Dioxin enthielten, eines der gefährlichsten Gifte überhaupt. Millionen von Hektaren Wald sind so zerstört worden. 4,8 Millionen Menschen waren von den Sprühflügen betroffen. Allein in Vietnam haben drei Millionen gesundheitliche Schäden erlitten, unter ihnen Hunderttausende von Kindern, die mit Missbildungen geboren wurden, inzwischen bereits in der 2. und 3. Generation, dazu kommen die Opfer in Laos und Kambodscha. Zusammen mit den Opfern und engagierten
Organisationen rund um den Globus verlangt die Vereinigung Schweiz-Vietnam
Gerechtigkeit, d.h. Anerkennung der Schuld durch die Verantwortlichen und
finanzielle Mittel, um den Opfern ein würdiges Leben zu ermöglichen.
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